NZZ Dagsmejan

"Ob Mann oder Frau – CEO ist CEO"

Warum soll es einen Unterschied geben? Ob Mann oder Frau – CEO ist CEO. Das sieht auch Catarina Dahlin,  CEO des Unternehmens Dagsmejan, so. Mehr dazu erzählt sie im Interview mit der NZZ.

"Sie haben zusammen mit Ihrem Mann Andreas Lenzhofer das Unternehmen Dagsmejan gegründet. Wie gross war zu Beginn die Akzeptanz Ihnen gegenüber, als weiblicher CEO?

Da wir die Gründer der Unternehmung sind, war das nie ein Thema. Ich denke, es kann schwieriger sein, wenn man in eine bestehende Organisation eintritt und sich dort beweisen muss. Dies ist aber aus meiner Erfahrung unabhängig vom Geschlecht. Des Weiteren können sowohl ich als auch mein Part-ner auf eine erfolgreiche «Corporate»-Karriere zurückblicken, bevor wir Dagsmejan gegründet haben. Ich habe auch früher schon grössere Teams mit bis zu 50 Mitarbeitenden geleitet, sodass es keine neue Aufgabe für mich ist, Führungsverantwortung zu übernehmen.

Ich wurde auch schon oft gefragt, ob ich das Gefühl habe, dass die Leute mich als weibliche Führungskraft nicht ernst nehmen. Darauf ist meine erste Reaktion: Warum sollten sie das nicht? Es ist ein Unterschied, ob man in eine Situation hineingeht und befürchtet, dass man als Frau benachteiligt wird, oder ob man mit der Erwartung hineingeht, dass man genauso respektiert wird wie alle anderen. Es geht nicht darum, die realen Herausforderungen, mit denen viele Frauen konfrontiert sind, herunterzuspielen, sondern darum, jeden zu ermutigen, diese nicht zu verinnerlichen und so weit wie möglich mit der Erwartung von Respekt und Gleichberechtigung nach vorne zu gehen.

NZZ Catarina Dahlin

 

Was waren für Sie die grössten Herausforderungen als Frau im Unternehmertum? 

Obwohl ich als Frau manchmal Herausforderungen in meiner Karriere hatte, kann ich als Unternehmerin nicht sagen, dass ich irgendwelche geschlechtsspezifischen Herausforderungen erlebt habe. Ich denke, meine Erfahrung mit der Arbeit in ziemlich «harten» Arbeitsumgebungen in verschiedenen Ländern hat mich auch in dem Sinne vorbereitet, dass ich eine ziemlich dicke Haut habe. Wenn jemand ein Problem damit hat, dass ich eine Führungskraft und eine Frau bin, versuche ich immer, es dabei zu lassen. Als deren Problem und nicht als mein Problem. 

Obwohl die Schweiz als eines der modernsten Länder gilt, hinkt sie bezüglich anderer Länder hinterher, wie zum Bei-spiel Ihrem Heimatland Schweden. Wie erklären Sie sich das? Was hat Schweden, was die Schweiz nicht hat? 

Schweden ist bei Weitem nicht perfekt, aber in Bezug auf die Rechte der Frauen und die Vereinbarkeit von Be-ruf und Familie ist Schweden viel weitergekommen als die meisten anderen Länder, die ich kenne. Die Schweiz ist ein wunderbares Land, das viele Möglichkeiten für Unternehmerinnen bietet, aber im Vergleich zu Schweden gibt es einige grössere Herausforderungen für Frauen. Das gilt insbesondere im Hin-blick auf das Familienleben. In Schweden hat man beispielsweise das Recht auf einen bezahlten Elternurlaub von 480 Tagen, der bis zum 12. Lebensjahr des Kindes verteilt werden kann. Die Elternzeit wird vom Staat bezahlt. Die Kinderbetreuung wird zudem subventioniert, damit die Eltern auf erschwingliche Weise zurück zur Arbeit gehen können. Ich erinnere mich, wie ich nach Schweden zurückkam, nachdem ich mehrere Jahre im Ausland gearbeitet hatte, und am Anfang überrascht war, wenn um 16.30 Uhr ein Mann oder eine Frau mitten in der Besprechung auf-stand und einfach sagte: «Ich muss die Kinder von der Tagesstätte abholen.» Niemand hat darauf negativ reagiert oder es infrage gestellt.

Was geben Sie jungen ambitionierten Frauen mit auf den Weg?

Frauen in der Wirtschaft haben eine grosse Zukunft vor sich, es gibt so viel mehr Bewusstsein für Themen wie sexuelle Belästigung und Diskriminierung im Allgemeinen, was eine Plattform für die Veränderung des Umfelds schafft. Dies wird jedoch ein schrittweiser Wandel sein, der sowohl von Frauen als auch von Männern eine Menge Mut erfordert. Zudem ist wichtig, dass nicht jeder mit jeder Entscheidung, die du im Leben triffst, einverstanden sein muss. Es ist wichtig, die Meinung anderer nicht zu sehr zu verinnerlichen. Suche deinen eigenen Weg und umgebe dich mit Menschen, bei der Arbeit und privat, die dich anfeuern, wenn du erfolgreich bist, und dich aufbauen, wenn du dich niedergeschlagen fühlst.

Habe keine Angst davor, Fehler zu machen, sie sind der beste Weg, um zu lernen und zu wachsen. Lerne, dich damit wohlzufühlen, unbequem zu sein. Und schliesslich: Sei fair zu dir selbst und zu anderen."  

Dagsmejan

Lese hier mehr über Dagsmejan.

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